Faial

Faial ist die fünftgrößte Insel der Azoren und wird der Zentralgruppe zugeordnet.

Lage: zwischen 38°31' und 38°39 nördlich und zwischen 28°36' und 28°50 westlich
Größe: 172 km²
Länge: 80 km
Größte Breite: 15 km
Einwohner: ca. 16.000 
Hauptort der Insel: Horta

 

Wegen der zahlreichen Hortensienhecken ist Faial auch als Die Blaue Insel bekannt. Zur Blütezeit von Mitte Juli bis Ende August, wandert ma durch ein gigantisches Blütenmeer.

Faial ist vulkanischen Ursprungs, was unter anderem der höchste Berg der Insel, der Cabeço Gordo mit seinen 1.043 Metern bezeugt. Eine Aschenwüste im Vulkangebiet von Capelinhos erinnert an den letzten Ausbruch der 1956/58 statt fand.

Das pitoreske Horta war lange Zeit der wichtigste Hafen der Azoren, die machte Horta zu einer offenen und lebendigen Stadt.

Heute ist der Hafen ein große Touristenattraktion, ca. 1.100 Yachten legen Jahr für Jahr hier an. Den meisten dient Horta als eine Zwischenstation einer Atlantiküberquerung . Vor allem im Sommer, zwischen Mai und Juli ist Horta durch diesen Zustrom sehr belebt.

Geschichte findet man hier an jeder Ecke, man muss nur die Straßen entlangschlendern und sich die vielen alten Gebäude anschauen. Von überall sieht man die Spitze des Picos auf der Nachbarinsel, machmal ganz klar und wolkenlos, dann wieder versunken im Wokenspiel.

Höhepunkte:

Für Horta, der einzigen Stadt auf Faial, sollte man mindestens einen halben Tag einplanen, wer sich die Museen anschauen möchte sollte sich besser einen ganz Tag Zeit nehmen.

Um die restlichen Sehenswürdigkeiten der Insel zu sehen, genügt ein halber bis ganzer Tag mit de Auto: Der faszinierende Blick in den Caldera, der einen Durchmesser von zwei Kilometern hat und etwa 500 m tief ist und auf seinem Grund einen See hat. Danach geht es zum Vulkan Capelinhos, im Westen der Insel. Durch seinen Ausbruch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich Faial um 2,4 km² und formte die Ponta dos Capelinhos. Der ehemalige Leuchtturm der bei dem Vulkanausbruch beschädigt wurde, ist mittlerweile restauriert und dient heute als Informationszentrum.

Geographie:

Die Insel wird dominiert von einem Zentralmassiv, dessen höchster Punkt mit 1.043 Metern der Cabeço Gordo ist. Faial ist die Azoren Insel, die am dichtesten am Mittelatlantischen Rücken liegt, dieser verläuft nur 100 km westlich. Das Basalt Bett auf dem Fail liegt, ist mehr als 5,5 Millionen Jahre alt –  Faial selbst ist noch keine 1 Million Jahre alt.

Ein großer Teil der Landschaft Faials ist Weideland, nur unterbrochen von ein wenig Wald. Es gab Zeiten in denen der Baumbestand dermaßen reduziert war, dass man das Holz, das als Brennstoff benötigt wurde, aus Pico importiert werden musste.

Geschichte:

Auf früheren Landkarten ist Faial noch als Insule de Ventura vermerkt, die Portugiesen entdeckten die Insel in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts un bezeichneten sie so,

Unter der Führung des Flamen Josse Van Huerter, kamen die ersten Siedler 1468 auf Faial an. Nur 20 Jahre später war Ihre Zahl bereits auf 1.500 Menschen angewachsen. Die erste Besiedlung erfolgte in der Gegend von Praia do Almoxtarife, aber schon bald zogen die Siedler Richtung Landesinneres nach Vale dos Flamengos. Die ersten beiden Siedlungen die entstanden, sind heute die wichtigsten Orte der Insel: der Hafen und der Yachthafen von Horta. 

Die Azoren haben schon immer eine wichtige Rolle in der Geschichte des Atlantiks gespielt. Vollbeladene portugiesische Schiffe, die von Westindien zurückkamen und hier Schutz vor den vielen Piraten suchten, die vor der Afrikanischen Küsten auf sie warteten. Da sowohl die neuen englischen Siedlungen in Nordamerika und  Westindien wuchsen und zeitgleich das Portugiesische Reich, wurde Horta zu einem wichtigen Hafen. Horta bot als einziger Hafen auf den Azoren einen wirklich sicheren Ankerplatz. Faial war damit nicht nur Handelsplatz, sondern auch ein wichtiger Stützpunkt zum Auffüllen der Vorräte. Vor allem  frisches Wasser und Gemüse waren sehr begehrt. Zudem wurden Schiffsreparaturen durchgeführt und es wurden Männer für die Schiffscrews rekrutiert. Die Ladungen der Schiffe bestand damals überwiegend aus Wein, Salz, Zucker, Gewürzen und Gold und Silber.

Die strategisch wichtige Lage führte natürlich auch zu allerlei Konflikten der damaligen Großmächte. 1583 griffen die Spanier Horta an. Nach schweren Kämpfen fiel Faial letztendlich in die Hände der Spanier. Während der spanischen Herrschaft wiederum, griffen englische Freibeuter mehrfach an - unter anderem 1597 unter Führung von Sir Walter Raleigh, der Horta schliesslich niederbrannte. 

Ein wesentlich friedlicherer, englischer Gast war Kaptain James Cook, der im Jahr 1775 auf Faial einen Zwischenstopp einlegte um seine Navigationsgeräte überprüfen zu lassen. Danach brach er in die Südsee auf um diese zu erforschen.

Auch Walfangflotten kamen schon früh nach Horta um Proviant zu laden, ihr Walöl abzuladen und um neue Besatzungsmitglieder anzuheuern. Später entstanden Lagerhallen und andere Infrastruktur, die Horta für die Schiffe noch attraktiver machten.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam der amerikanische Unternehmer John Dabney auf die Insel. Er und seine Familie beeinflussten den Handel für hundert Jahre. Wichtige Exportgüter waren Orangen und Wein aus Pico, verschiedene Walprodukte, eine Schiffsbedarfshandlung und vieles mehr.

1866 wurde das erste Kabel, das transatlantische Telegrafie ermöglichte, von Lissabon nach Horta verlegt. In den nächsten 50 Jahren erfolgten weitere Verbindungen von Horta aus in alle Teile der Welt.

1893 wurde das erste verbindende Kabel zwischen Horta und Ponta Delgada (Flores) gelegt, sowie zwischen Carcavelos  und Arrabida an der Südküste Lissabons. Das Projekt wurde von einer englischen Gesellschaft durchgeführt, der Europ and Azores Telegrap Co, die 1934 Teil der Firma Cable & Wireless wurde. Durch seine günstige Lage mitten im Atlantik wurde Horta Sitz einiger internationaler Telegrafengesellschaften. Dort arbeiteten um 1900  ca. 300 Menschen unterschiedlicher Herkunft (Briten, Deutsche, Amerikaner und Portugiesen). 1969 verließen die letzen Telegrafen Unternehmen die Insel wieder, da neue Technologien die alten ersetzten.

Dank der Kabelverbindung von 1893, die die Azoren mit Europäischen Kontinent verband, konnte auch die lokale Wetterbeobachtung sehr schnell übertragen werden. Dies hatte einen enormen EInfluß auf die Entwicklung der Wettervorhersage. 1901 begann man mit dem Bau des Prinz Albert Observatorium auf dem Gipfel des Monte das Moca, oberhalb des heutigen Faial Resort Hotel. Die Station wird heute noch genutzt.

1919 wagte der Amerikaner Albert C. Read die erste Transatlantiküberquerung mit einem Wasserflugzeug. Er landete unterwegs auf Horta und bald darauf folgten viele seinem Beispiel.

1933 flog Charles Lindbergh nach Horta. Er war auf der Suche nach nach einer ganzjährig verfügbaren Route für Wasserflugzeuge, die unter Pan Am  von Amerika aus nach Europa flogen. Bald darauf wurde Horta zum offizielllen Zwischenstopp für die Transatlantikflüge von Pan Am, gefolgt von Lufthansa, Air France, Imperial Airways und Britsh Airways. Der Standort hatte allerdings auch einige Nachteile: der Hafen war nicht für alle Flugzeuge groß genug für Start und Landung, so dass die großen Wasserflugzeuge auf das offene Meer ausweichen mußten. Bedingt durch den Seegang kam es immer wieder Verspätungen: im Dezember 1939  mussten vier Wasserflugzeuge drei Wochen auf Wetterbesserung warten und saßen solange fest. Diese Ära des Reisens endete durch neu entwickelte Landflugzeuge und dem Bau eines modernen Landflughafen, den die Amerikaner auf Santa Maria bauten.

Heute kommen im Sommer die Yachten, die den Transatlantik überqueren um Zwischenstopp in Horta zu machen und bringen so einen cosmopolitischen Flair in die Stadt. Allgemein ist es heute der Torismus der zu einem eigenen Wirtschaftszweig angewachsen ist. Währenddessen spielen die Rinderzucht und die Fischerei nur noch eine untergeordnete Rolle.