Flores

Flores bedeutet "Blumen". Flores ist die viertkleinste Insel der Azoren und dabei die größte Insel der Westgruppe.

Lage
Größe: 143,1 km²
Länge: 17 km
Größte Breite: 12,5 km
Einwohner: ca. 4.400
Hauptort der Insel: Santa Cruz das  Flores ( ca. 1.600 Einwohner)

 

Flores ist nicht nur die westlichste Inseln der Azoren sondern auch der westlichste Punkt Europas.

Europa endet bei Flores, der Inseln der Blumen. Obwohl Flores nicht groß ist, ist sie trotzdem die wildeste Insel des Archipels. Flores ist eine Insel mit spektakulärer Naturschönheit und auf jeden Fall eine Reise wert. Mit ihren Berggipfeln, Tälern, Kraterseen und steilen Klippen versprüht Flores eine wilde Romatik. Kleine Weiden und Ackerland sind umgeben von blau blühenden Hortensienhecken.

Der Juli und August ist Hauptsaison auf Flores. Der Juni und September sind noch belebt - danach hört der Tourismus schlagartig auf. Kommen Sie im Winter nach Flores werden sie kaum andere Touristen sehen und können das schöne Licht, die Wolkeneffekte, Regenbögen, Stürme und brillanten Sonnenschein fast alleine erleben. Dann herrschen auch absolut fabelhafte Bedingungen für Fotografen - denn im Winter ist es besonders klar. 
Sie sollten für Flores mindestens drei Tage einkalkulieren um es erleben zu können - sind Sie Wanderer, sollten Sie mindesten fünf Tage einrechnen.

Möchten Sie noch das benachbarte Corvo bereisen, sollten Sie mindestens einen zusätzlichen Tag veranschlagen. Idealerweise bleiben Sie eine ganze Woche.

Höhepunkte:

Die Besonderheiten Flores sind die Landschaften und die geologischen Gegebenheiten, sehr beeinduckend ist auch der Blick vom höchten Berg der Insel, dem Pico Alto mit einer Höhe von 914 Metern. Von hier oben sehen Sie  die sieben verschiedenen Seen, die in der Inselmitte liegen, einige Wasserfälle und Meeresklippen, die bis zu 600 Meter hoch sind.

Die Landschaft ist überall wunderschön und man ist dauernd versucht mit dem Auto anzuhalten und die friedliche Atmosphäre in sich aufzunehmen. Für Wanderer empfiehlt es sich, einen der schönsten Wanderwege entlang der Westküste zu nehmen.  Bei beständigem Wetter im Sommer ist es die beste Möglichkeit die Insel kennezulernen. Auch eine Bootsfahrt entlang der Küste bietet sich an, diesen Teil sehen Sie allerdings auch wenn Sie nach Corvo mit dem Boot übersetzten.

Geographie:

Diese wilde Insel liegt stolz im Ozean. An einigen Plätzen fällt das Land abrupt ab und trifft auf das Meer. Schluchten und enge Flußmündungen und steile Abhänge, wie zum Beispiel im Nordosten nahe des Flughafens und der Hauptstadt Santa Cruz. Alle Dörfer von Flores liegen entlang oder sehr nahe der Küste.

Geschichte:

Der Name Flores, bedeutet Blumen und entstand wegen der vielen gelben Blumen, die die Meeresklippen schmückten als die Portugiesen die Insel entdeckten.

Diego de Teive und sein Sohn Joao entdeckten die Insel um 1452, sehr viele Jahre nach der Entdesckung der beiden anderen Inselgruppen des Azoren Archipels. Die erste Besiedlung begann unter einem flämischen Adelsmann der sich bei Ribera Vruz niederließ, einem Tal mit einem kleinen steinigen Strand und einem Zugang zum Meer. Er kultivierte Färberwaid für den Export, aber durch die abgelegene Lage der Insel und in Ermangelung eines gut zugänglichen Hafens gab man dies wieder auf. Um 1504 kamen die ersten Siedler von Tereicra und Madeira nach Flores.  Bereits 1515 hatte sich Laija zu einer kleinen Stadt entwickelt und 30 Jahre später auch Santa Cruz. Zum Ende des Jahrhunderts war auch die Gemeinde Ponta Delgada etabliert. Laut Geschichtsbüchern betrug die Bevölkerungszahl auf Flores ca. 1.300 Einwohner, die unter sehr harten und primitiven Lebensbedingungen ihre Existenz bestritten.

Die Unterkünfte bestanden aus strohgedeckten Hütten, die Wege waren schlammig und so schlecht, dass man sie nicht mit Wägen nutzen konnten, sondern nur mit dem Esel. Aufgrund des Windes kamen auch nur selten Bootsbesuche von Tereiva und diese auch nur zwischen März und September.

Die Azoren waren ein hervorragendes Jagdgebiet für Piraten. Im Juni 1587 zerstörten fünf englische Piratenschiffe Lajes. Die Spanier organisierten jedes Jahr zwei große Konvois mit dem namen Flota de Galeones um die Schiffe zu beschützen, die von Südamerika mit Gold und Silber beladen die Azoren anliefen. 

Neben Kartoffeln, Fisch, Brot und anderem Gemüse waren Süßkartoffeln das Hauptnahrungsmittel der Bewohner von Flores. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die ersten Walfänger und andere Schiffe nach Flores und brachten ein wenig Wohlstand auf die Insel. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Produktion von Nahrungsmitteln auf Flores und die Einwohner konnten Fleisch, Früchte und Gemüse zum Tausch anbieten.

Parallel zur Nahrungsmittelproduktion stieg zu dieser Zeit auch die Bevölkerungszahl auf über 10.000. In den letzten 150 Jahren sank sie allerdings wieder auf den heutigen Stand von 4.500.

Der Walfang begann 1860 und erreichte seien Höhepunkt um 1930. Es wurde eine Walfabrik in Santa Cruz gebaut und eine weitere in Lajes. Wegen des fehlenden Hafens hatten diese aber immer mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen. Viele Wale wurden bei Corvo gejagt und dann zur Weiterverarbeitung nach Flores gebracht. Der letzte Wal wurde 1981 bei Corvo gefangen.

Auf Flores gab es lange keine Straßen, bzw. nur sehr schlecht ausgebaute. Dies änderte sich erst 1950. Mit dem Bau des Flughafens war auch die Isolation der Insel beendet: es wurde ein Straßen- und Stromnetz gebaut. Außerdem entstand die französische Abhöranlage für den internationalen Funkverkehr. Diese wurde von Frankreich mittlerweile wieder aufgegeben.

Die Wirtschaft von Flores hat sich aktuell auf Fleischproduktion und den Tourismus eingestellt. Die Fischerei hat stark abgenommen, aber sie reicht für die Selbstversorgung der Insel aus.