Graciosa

Graciosa zu deutsch etwa "die Liebliche" ist die zweitkleinste Insel der Azoren und  gehört zur Zentralgruppe (Faial, Pico,Sao Jorge, Terceira) wovon sie die kleinste Insel ist.

Lage: 36° 58' nördlicher Breite, 25° 7' westlicher Länge
Größe: 60,84 km²
Länge: 10 km
Größte Breite: 7 km
Einwohner: ca. 5000 
Hauptort der Insel: Santa Cruz da Graciosa  (ca.1800 Einwohner)

 

Allgemein gilt Graciosa als die beschaulichste der Azoreninseln. Wer Ruhe sucht, seine Seele baumeln lassen will und sich vom Alltagsstress erholen möchte, der ist auf Graciosa genau richtig. 

Graciosa ist eine fast rechteckige Insel und auch die trockenste (oder besser: am wenigsten feuchte) Insel des Azoren Achipels. Die Insel ist sehr flach, der höchste Punkt ist der Pico Timao mit nur 398 Metern. Die Dörfer sind daher sehr gleichmäßig über die Insel verteilt und nicht nur an den Küsten angesiedelt.

Das Tempo der Insel ist sehr langsam, man sieht die Menschen auf den Straßen mit Pferdekarren oder mit Eseln. Wie einen seltenen Wein, sollte man auch diese Insel langsam genießen. Es gibt gute Restaurants, einfache Wanderwege und jeder erkennt die Besucher spätestens nachdem er sie das zweite mal gesehen hat wieder. Die Landschaft ist malerisch, eine Idylle aus Weiden und Wiesen, rund um die Dorfkirchen stehen kleine Gruppen, weißgetünchter Häuser, gelegentlich sieht man die markant roten Windmühlen mit Zwiebelturm. Das alles wird von einem funkelnden, blauen Meer eingerahmt.

Nach einem Abstieg in den Vulkanschlot des Furna do Enxofre zum Untergrundsee gelangt inns tiefe Innere der Insel und erlebt die brutale, gelogischen Vergangenheit der Insel.

Höhepunkte:

Die größte Attraktion ist der Furna do Enxofre, die Höhle die man durch einen Vulkanschlot erreicht, sie wurde als erstes von Prinz Albert von Monaco im 1879 erforscht.

Das Weingut von Terra da Conde sollte man sicht nicht entgehen lassen, ebenso wenig wie das Ethnographische Museum. Beides finde man in der Inselhauptstadt in Santa Cruz.
Ansonsten sollte man die Ruhe genießen und sich einfach erholen.

Geographie:

Der westliche Teil der Insel ist relativ flach. Der älteste Fels um die Ferras das Fontes ist 620.000 Jahre alt.

Geschichte:

Es gab schon immer eine starke Beziehung zwischen Graciosa und Tereica. So sagt man, das es Segler von Tereica waren, die die Insel zuerst entdeckten. Die eigentliche Besiedlung begann unter der Führung von  Vasco Gil Sodre, der ursprünglich aus Motmor-o-Velho in Portugal kam. Mit seiner ganzen Familie siedelte er sich beim heutigen Carapacho an. Es gelang ihm nicht Governeur der Insel zu werden, denn das wurde Pedro Correira da Cunha, ein Schwager Christoph Kolumbus. Viele der ersten Siedler kamen aus Beiras und Minho, also aus Portugal und aus Flandern.

Graciosa erwies sich als sehr geeignet für den Anbau von Getreide und Wein, bereits ein Jahrhundert nach der ersten Besiedlung konnte Weizen, Gerste, Wein und Brandy exportiert werden. Das Exportgut wurde zuerst nach Terceira geschifft, das das administrative und wirtschaftliche Zentrum zu dieser Zeit war.  Die attraktiven Exportgüter zogen leider auch eine permanente Bedrohung durch die Piraten mit sich. So wurden über 13 Verteidigungsanlagen gebaut, um die Insel und die Frauen zu schützen. Korn wurde in unterirdischen Kornkammern gelagert. Der Getreideanbau dominierte lange Jahre, aber mit Ausnahme des Weinanbaus, wird heute überwiegend - wie auf den anderen Inseln - Rindfleisch und Milch produziert. Die Fischerei ist aufgrund der Überfischung stark rückläufig.

Die größte Bevölkerungszahl wurde mit 14.000 Einwohner gezählt, aber durch die vielen Emigranten zählt man heute nur noch 5.000 Inselbewohner.

Graciosa wirbt stolz mit dem Besuch dreier historischer Persönlichkeiten: Der erste war Francois Rene Chateaubriand, der 1791 auf der Flucht vor der französischen Revolution war. Er war auf dem Weg nach Amerika und machte einen Zwischenstopp auf Graciosa. 1814 kam der Dichter Almeida Garrett auf die Insel um seinen Onkel zu besuchen, während seines Aufenthaltes auf Graciosa entstanden seine ersten Gedichte. Der dritte war Prinz Albert I von Monaco der 1879 kam, um auf sich im Rahmen seiner Forschungsreise die Furna do Enoxfre anzuschauen.