Santa Maria

Santa Maria is die südlichste und drittkleinste Insel der Azoren.

Lage: 36° 58' nördlicher Breite, 25° 7' westlicher Länge
Größe: 97 km²
Länge: 17 km
Größte Breite: 9,5 km
Einwohner: ca. 5780 
Hauptort der Insel: Vila do Porto

 

Das Klima auf Santa Maria ist angenehm mild, die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 12 Grad im Winter und 25 Grad im Sommer

Santa Maria bewirbt sich selbst als die Sonnensinsel unter den neun Azoren Inseln. Für viele ist sie bis heute nur die kleine Schwester der Nachbarinsel Sao Miguel geblieben. Dennoch bekommt Santa Maria ganz im Südosten des Archipels seinen Anteil an den Azorenbesuchern ab. Grund sind die wunderschönen, hellen Sandstrände mit angenehmen Wassertemperaturen im Sommer und vor allem den meisten Sonnenstunden die man auf den Azoren erhalten kann. 

Im Osten der Insel liegt eine idyllische, malerische, friedvolle grüne Landschaft aus Wäldern und Weiden. Diese grüne Idylle ist durchsetzt mit weiß schimmernden, traditionellen Häusern, die entweder verstreut in der Landschaft stehen, oder in kleinen Gruppen und kleinen Dörfern zu finden sind.

Highlights:

Am besten mietet man sich ein Auto und schlängelt sich auf den fast unbefahrenen Strassen entlang bewundert die herrliche Natur. Unterwegs gibt es viele schöne Aussichtspunkte und einladende Picknickplätze. Oder man geht ein bisschen zu Fuß und lauscht dabei den wundervollen Vogelgesängen.

Die hohen Klippen bieten einen gigantischen Ausblick - wenn man runter an die Küste zu Maia und Sao Laurnco fährt, findet man dort Naturschwimmbecken inklusive einer natürlichen "Wellenmaschine".

Der westliche Teil der Insel ist eher das Gegenteil, hier ist es ziemlich flach und landschaftlich ist es auch weniger attraktiv. Wesentlich reizvoller sind die weißen Sandstrände von Prai Formosa und die Meeresschwimmbecken in Anjos, die mit ihrem klaren Wasser  zum Entspannen einladen.

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem, die kleine Kapelle Nossa Senhora in Anjos, ihr soll Christopher Columbus auf seinem Rückweg von Amerika einen Besuch abgestattet haben. Besonders bemerkenswert sind auch die steinigen, terrassenförmigen Weinberge bei Maia, man ist beeindruckt  was für schwere Arbeit hier geleistet werden musste, um Wein zu produzieren. 

 

Geografie:

Die Insel hob erst sich vor ca. 5 Millionen Jahren aus dem Meer und versank dann zunächst wieder. Eine Million Jahre später tauchte sie wieder auf und ist heute die eizige unter den Azoreninseln mit sedimentären Einlagerungen und Fossilien. Die Töpfer von Sao Miguel importierten Ton von Santa Maria, aus Santana und Figueral kam der Kalk mit de all Häuser des Archipels getüncht wurden. In der Nähe des heutigen Flughafens grasen heutzutage Schafe, die Gegend ist flach und trocken. Dies ändert sich schnell, sobald man sich der Spitze des Pico Alto nähert, die ihren höchsten Punkt bei 590 Metern hat. Hier trifft man wieder auf die azorentypischen grünen Landschaften. Im Osten der Insel findet man zerklüftete Küstenlinien mit hervorstechende Landzungen und geschützte Buchten mit weißen Sandstränden.

 

Geschichte:

Santa Maria wurde 1427 vom portugiesischen Seefahrer Diogo de Silves als erste Insel des Archipels entdeckt. Folglich war Santa Maria auch die erste Insel die besiedelt wurde. Ihren Namen verdankt sie dem Tag ihrer Entdeckung: Maria Himmelfahrt. Der Beginn der Besiedlung war um 1493, die Siedler kamen von der Algarve und aus dem Alentejo. Sie ließen sich zuerst an der Nordwest Küste nieder, an einem Ort der Prai do Lobos hieß, etwas westlich vom heutigen Anjos am Fluß Riberia do Capitao. Heute heißt der Fluß Riberia de Santana. Zwischen 1460 und 1474 wurde Vila do Porto zum wichtigsten Verwaltungszentrum der Insel. Wichtigste Exportgüter waren die Färberpflanze Pastell und die Flechte Urzela. Im 16. Jahrhundert begann man im Westteil der Insel Weizen anzubauen. Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert wurde die Insel von französischen, türkischen und maurischen Piraten überfallen und mehrfach wurden die Siedlungen zerstört. Im 19. Jahrhundert schwand die Nachfrage nach Exporten aus Santa Maria und die Auswanderungsflut begann. Erst 1944, durch den Bau der der amerikanischen Luftwaffenbasis, änderte sich das. Der Flughafen wurde später zum internationalen Flughafen für Transatlantikflüge. 1977 landete hier die erste Concorde. Mittlerweile wird der Flughafen als Luftverkehrs-Kontrollzentrum für den Nordatlantikraum genutzt.

Die Bevölkerungszahl hat sich durch die anhaltende Emigration von 14.000 Insulaner im Jahre 1960 auf die heutigen 5.500 reduziert, die in den noch immer typischen Bauerngemeinden leben. Sie züchten Rinder und Schafe und leben von der Landwirtschaft, denn Industrie gibt es auf Santa Maria wenig. Der Tourismus ist nicht sehr stark ausgeprägt. Das Gros der "Touristen" stellt im Sommer eine Schar von Auswanderern die für Wochen, manchmal Monate auf ihre alte Heimatinsel zurückkehren.

Die Hauptstadt Vila do Porto liegt im Südwesten. Der Ort bietet ein paar Sehenswürdigkeiten: die Pfarrkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und das Rathaus ist in einem Kloster aus dem 16. Jahrhundert untergebracht. Das Leben spielt sich links und rechts der Hauptstrasse ab, die sich über einen Kilometer weit vom Hafen bis ins Hinterland hinauf zieht. An ihr sind Kirchen, Cafes, Restaurants, alte Gutshäuser und fast alle Geschäfte wie an einer Perlenschnur aneinander aufgereiht.

Geologie

Geologisch gesehen ist Santa Maria die älteste Insel der Azoren. Vulkane sind hier schon lange nicht mehr aktiv. Es gibt Kalkstein und Tonerde. Man findet am Pico do Facho sogar Fossilien aus dem Tertiär und das Sedimentgestein ist einzigartig für die Azoren.

Die Insel ist gut erschlossen und die wenigen Sehenswürdigkeiten kann man mit etwas Eile an einem Tag sehen. Es gibt wie auf allen anderen Inseln auch auf Santa Maria viele Kirchen und Kapellen, Forts, Herrenhäuser, historische Gebäude von besonderem Interesse und eindrucksvolle Bauwerke im manuelinischer und barocken Baustil.

Wer auf die Insel Santa Maria kommt, sucht gewöhnlich eher die Ruhe. Die Stille auf dem Land und die schönen Strände laden wahrlich zu einem längeren Aufenthalt ein. In den Wäldern zwitschern munter die Vögel und von einem Touristenstrom blieb Santa Maria bislang glücklicherweise verschont. Die Insel ist daher gerade im Hochsommer eine, auch klimatisch attraktive, Alternative zu den Kanaren oder anderen klassischen Urlaubszielen. Wer auf den Azoren Badeurlaub machen möchte, ist hier genau richtig aufgehoben und findet an den Sandstränden in Praia Formosa und Sao Lourenco genügend Freiraum für sich.

Aber auch für Wanderfreunde hat Santa Maria noch einige attraktive Wege zu bieten. Zwar sind die meisten ehemaligen Verbindungswege inzwischen überwuchert oder durch Erd- oder Teerstrassen ersetzt, man findet dennoch noch einige Passagen der alten Saumpfade und kann so quer durch dichten Wald, Grasland und bezaubernde Dörfer die Insel wandern und ihre Menschen problemlos kennenlernen.

Im Winter ist Santa Maria wahrscheinlich die angenehmste Insel der Azoren. Hier wird man oftmals auch in der vierten Jahreszeit noch reichlich von der Sonne verwöhnt.

Kein Wunder also, dass hier die Azaleen, Callas und Montbretien zuerst mit ihrer farbenprächtigen Blüte beginnen. Dennoch herrscht auf Santa Maria auch das trockenste Klima der Azoren. Das führt dazu, dass gerade in den Sommermonaten oftmals das Gras auf der Westseite, von einem saftigen Grün in eine eher triste braune Trockenlandschaft wechselt.

Die Landschaft wirkt damit ein wenig eintönig. Der gesamte Westen um Vila do Porto, Almagreira und Sao Pedro ist landschaftlich nicht unbedingt attraktiv.. Hier wachsen Agaven und Kakteen. Auf den riesigen Weiden machen sich im fruchtbaren grünen Frühjahr die Kühe breit. Im Sommer indes ist das Gras dürr. Hier liegt seit 1944 auch die lange Landebahn und das alte Amerikanerviertel Aeroporto mit einer Mischung aus Wellblechhütten und einem Neubaugebiet ohne Flair.

Das Zentrum überragt der 587 Meter hohe Pico Alto mit seinem langgezogenen Bergrücken. Seine Flanken sind von einem dichten, teilweise subtropischen Waldgürtel bedeckt, der bis in die angrenzenden Dörfer hinunter reicht. Hier gedeihen unter anderem Baumheide, Heidekraut, Wacholder und Lorbeer. Im Osten klimmen in den Gemeinden Santa Barbara und Santo Espirito sanfte, immergrüne Hügel empor. Welch ein Gegensatz zum tristen Westen. Kleine Dörfer mit verstreuten Häusern liegen hier malerisch in herrlichem Grün eingebettet. Im Norden findet man hauptsächlich Weideland, auslaufende Hügelketten und fantastische Blumenteppische.

Von zahlreichen Aussichtspunkten aus kann man die Landschaft geniessen und in die schönen Buchten hinab blicken. Zu den schönsten Aussichtspunkten zählen die Miradouros von Fontinhas, Lagoinhas und Espigao. Am Meer liegen lauschige Badebuchten. An ihnen lockt, für die Azoren ganz untypisch, heller Sand. Die romantischen Buchten und Strände von Santa Maria sind wohl die Schönsten der Azoren. Praia Formosa ist der Familienstrand der auch für kleinere Kindern geeignet ist. Auch für Surfer ist die Bucht ein Paradies. Sao Lourenco ist etwas für Romantiker - sowohl der Ort als auch die Bucht mit ihren bis weit hinauf reichenden Weinterrassen entzücken. Der Salto da Raposa, ein 80 Meter hoher Wasserfall im Norden, ist eine Wanderung wert.

Eine Besonderheit sind auch die beiden Lavahöhlen von Pombas (337m) und Anjos (118m). Ein Führer und entsprechendes Equipment ist allerdings für die Besichtigung der alten Lavagänge notwendig.

Der Boden auf Santa Maria ist so fruchtbar wie auf keiner anderen Insel. Es gibt Weingüter, Palmen und Windmühlen. Inzwischen hat man mit Erfolg den Anbau von Melonen begonnen, die in den Sommermonaten überall eine billige und willkommene Erfrischung sind. Die Früchte wachsen und gedeihen nicht nur hervorragend, sie sind wegen ihres hervorragenden Geschmacks auch für den Export geeignet.

Typisch für Santa Maria sind die weissen Schornsteine. Ihre Form - rund oder eckig - deutet noch heute auf die Herkunft der ursprünglichen Bewohner aus der Algarve und dem Alentejo. Viele Menschen backen ihr Brot auch noch im eigenen Backofen. Genauso typisch sind die bunt umrahmten Fenster. Die Häuser sind für gewöhnlich weiß getüncht. Die Fenster- und Türrahmen sind in einem intensiven Farbton angemalt. Diese Farbtöne sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich: in Santo Espirito trifft man auf grüne Rahmen, in Santa Barbara auf blaue, in Almagreira auf rote, in Sao Pedro auf gelbe und in Vila do Porto auf rotbraune.

 

Geschichte

Bis ins 17. Jahrhundert hinein sorgten der Export der Färberpflanze Pastell und der Flechte Urzela für einen bescheidenen Wohlstand unter der kleinen Bevölkerung.Aus den Siedlerjahren stammt auch das Töpferhandwerk. Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts fertigte man noch Tongeschirr und Dachziegel. Die grosse Fabrik in Vila do Porto ist inzwischen aber stillgelegt und auch die Tonerde aus dem Norden der Insel wird kaum noch exportiert.
Ihren heutigen Lebensstandard verdankt die Insel einer amerikanischen Militärbasis. Ihr 1944 errichteter Flugplatz mit der endlos langen Landebahn brachte später in ziviler Hand Arbeit und Geld nach Santa Maria. Die Basis war wie geschaffen für Zwischenstopps auf Transatlantikflügen. Die Amerikaner bauten einfache Wellblechunterkünfte, ein Kino, ein Schwimmbad und eine Sporthalle. Fast doppelt so viele Menschen wie heute lebten damals auf der Insel. 1947 übergaben die Amerikaner ihre Basis in zivile Hand. Nun konnte das Leben so richtig aufblühen. Wer auf die Azoren wollte stieg auf Santa Maria von der großen Verkehrsmaschine ins Kleinflugzeug um. Alle Propellermaschinen landeten auf dem Weg über den nördlichen Atlantik auf Santa Maria. Auch die Concorde setzte hier zur Zwischenlandung an. Für die damalige Jugend entstand ein Traum aus Coca Cola, Kino und Kühlschränken. Dieser Traum ist mittlerweile geplatzt, denn 1962 kam das Drehkreuz im Atlantik zum Stillstand. Der große Ansturm war vorbei. Neue Maschinen schafften es ohne Zwischenstopp über den Atlantik und Ponta Delgada war das neue Tor zu den Azoren. Seitdem landen hier nur noch Island Hopper. Heute ist auf Santa Maria immerhin noch eine Luftüberwachung für den Nordatlantik stationiert.

Die Insel hat seitdem merklich an Bedeutung verloren und die kleinen Dörfer haben den Charme vergangener Tage wieder angenommen. So hat man Ende der 80er Jahre eine Freihandelszone geschaffen um neue Anreize zu liefern. Investoren zögern aber bis heute. Noch ist Santa Maria also ein verstecktes Sommerparadies.

Auf Santa Maria feiert man im August auch das berühmte Musikfestival Maré de Agosto. Jung und Alt tanzen und feiern dabei rund um die Freilichtbühne in Praia Formosa.